Andreas Mehl

ADHS im Erwachsenenalter

Um das Vorliegen einer ADHS im Erwachsenenalter zu überprüfen, hat sich die Orientierung an den Kriterien des Psychiaters Wender an der Universität von Utah etabliert.
Utah-Kriterien (Wender et al., 2001)

  • Aufmerksamkeitsregulationsstörung:
    Betroffen ist die Fähigkeit, Gesprächen zu folgen oder schriftliche Aufgaben zu erledigen. Eine leichte Ablenkbarkeit durch Reize aus der Umgebung führt z.B. zum Vergessen von Terminen und Verlegen von Alltagsgegenständen.
  • Motorische Hyperaktivität:
    Im Erwachsenenalter zeigt sich diese meist in einer ausgeprägten inneren Unruhe sowie einer Unfähigkeit zu entspannen.
  • Affektlabilität:
    Leichte Erregbarkeit und häufiger Wechsel der Stimmung (von neutral zu niedergeschlagen)
  • Desorganisiertes Verhalten:
    Aktivitäten zu planen (Aufgaben zu Ende zu bringen, systematisches Vorgehen, zeitliche Organisation) ist erschwert.
  • Affektkontrolle:
    Erhöhte Reizbarkeit, häufige Wutausbrüche und geringe Frustrationstoleranz
  • Impulsivität:
    Unterbrechen anderer im Gespräch, Ungeduld, impulsiv ablaufende Einkäufe, Probleme, dem dominanten Handlungsimpuls zu widerstehen (Sprechen, Handeln oder Entscheidungen ohne lange über die Folgen nachzudenken, Probleme, Geld zusammen zu halten, Risikofreudigkeit)
  • Erhöhte Stressempflindlichkeit:
    Überforderungsgefühle bei alltäglichen Erlebnissen und geringe Belastbarkeit bei Stress

Behandlung

  • Nach der S3-Leitlinie richtet sich die Behandlung nach dem Schweregrad der Symptomatik und dem Ausmaß der Einschränkungen im Alltag.
  • Neben einer medikamentösen Behandlung kommen insbesondere psychotherapeutische Methoden zum Einsatz.
  • Eine Aufklärung über das Störungsbild und die Behandlungsmöglichkeiten bildet stets die Grundlage.
  • Ein langfristiges Ziel ist häufig die Förderung der Strategien zur eigenständigen Bewältigung der Anforderungen im Alltag.