Um das Vorliegen einer ADHS im Erwachsenenalter zu überprüfen, hat sich die Orientierung an den Kriterien des Psychiaters Wender an der Universität von Utah etabliert.
Utah-Kriterien (Wender et al., 2001)
- Aufmerksamkeitsregulationsstörung:
Betroffen ist die Fähigkeit, Gesprächen zu folgen oder schriftliche Aufgaben zu erledigen. Eine leichte Ablenkbarkeit durch Reize aus der Umgebung führt z.B. zum Vergessen von Terminen und Verlegen von Alltagsgegenständen. - Motorische Hyperaktivität:
Im Erwachsenenalter zeigt sich diese meist in einer ausgeprägten inneren Unruhe sowie einer Unfähigkeit zu entspannen. - Affektlabilität:
Leichte Erregbarkeit und häufiger Wechsel der Stimmung (von neutral zu niedergeschlagen) - Desorganisiertes Verhalten:
Aktivitäten zu planen (Aufgaben zu Ende zu bringen, systematisches Vorgehen, zeitliche Organisation) ist erschwert. - Affektkontrolle:
Erhöhte Reizbarkeit, häufige Wutausbrüche und geringe Frustrationstoleranz - Impulsivität:
Unterbrechen anderer im Gespräch, Ungeduld, impulsiv ablaufende Einkäufe, Probleme, dem dominanten Handlungsimpuls zu widerstehen (Sprechen, Handeln oder Entscheidungen ohne lange über die Folgen nachzudenken, Probleme, Geld zusammen zu halten, Risikofreudigkeit) - Erhöhte Stressempflindlichkeit:
Überforderungsgefühle bei alltäglichen Erlebnissen und geringe Belastbarkeit bei Stress